Zelttheater der Bühnenstürmer

Die »Bühnenstürmer« aus Einbeck bereiten ihr bereits 15. Zelttheater vor.
Vom 21. bis 30. August können sich die Zuschauer auf sechs Vorstellungen auf dem Gelände des »La Casa«, Köppenweg 3, freuen. Die Gäste werden auf neuen Stühlen (»für ein noch positiveres Zuschauerlebnis«, so die Vereinsvorsitzende Melanie Heckhoff) sitzen, die hinteren Reihen sogar auf einem erhöhten Podest in einem neuen Zelt. Möglich wurde dies durch die Förderung des Landschaftsverbands Südniedersachsen. Für dieses Jahr konnten sich die Theaterleute zudem über eine Projektförderung der Sparkasse Einbeck aus Mitteln der Lotterie Sparen & Gewinnen freuen. Dankbar sei man ebenso über eine Spende der KWS, betont Melanie Heckhoff.
Über Jan Philipp Zillichs »Einbecker Stadtmusikanten«, frei nach Grimm, freuten sich bereits Wanderer am Sommerfest des Kaiser-Friedrich-Turm-Fördervereins.
Gabi Messerschmidt verkörpert den Hahn, Matheo Blasig die Katze, Zillich den Hund und Carsten Schneck den Esel. Die Erlebnisse dieser Tiere sind wirklich ganz eigener, eben regionaler Art, stets verbunden mit einem Augenzwinkern.
Zu sehen ist das bei freiem Eintritt zum Beginn nur am Freitag, 21. August, ab 18 Uhr.
Die »Jungen Bühnenstürmer« präsen tieren, ebenfalls bei freiem Eintritt (Spenden für weitere Arbeit sind natürlich immer willkommen) an den Sonntagen, 23. und 30. August, jeweils ab 15 Uhr »Aladin und die Wunderlampe«. »Eine stürmische Nacht, eine schlaflose Klassenfahrt und eine geniale Idee:
Die Kinder spielen gemeinsam die Geschichte von Aladin nach. Doch wie wird man zum Hel- den ohne Wunderlampe?« heißt es in der Ankündigung. Hier ersetzen Mut und
Freundschaft Zauberei.
Im Moment arbeiten die »Bühnenstürmer« noch intensivst an ihrem neuen Stück »Die Physiker« nach Friedrich Dürrenmatt. Es wird eine szenische Lesung mit schauspielerischen Momenten, erklärt Marco Heckhoff, der mit Martin Messerschmidt die Regie verantwortet. Messerschmidt fungiert auch als Erzähler. Man
sei gespannt, wie das beim Publikum ankommen werde.
Auch für die Akteure sei einiges neu, denn weil vieles gelesen werde, komme es hier eben mehr auf Stimme und Mimik an.
Das Stück handelt von der Verantwortung von Wissenschaftlern. Einer von ihnen, Möbius, gespielt von Matheo Blasig, hat nämlich die Formel zur Vernichtung der Welt. Damit das niemand erfährt, lässt er sich als verrückt in die Psychiatrie einweisen. Zwei weitere, die sich als Albert Einstein (Michael Paepke) und Isaac Newton (Carsten Schneck) ausgeben, sind nicht verrückt, sondern Geheimagenten, die hinter der Formel her sind. Die drei ermorden ihre Krankenschwestern aus Sorge um ihre Geheimnisse. Möbius hat die Formel vernichtet. Doch die Ärztin Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd (Cornelia Anders) spielt hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle.

Bei den Proben ermutigten Marco Heckhoff und Martin Messerschmidt die Darsteller zu mehr Dynamik und Zusammenspiel. »Es geht um das Verbale. Das muss passen«, betonte Heckhoff das szenische Format noch einmal.
Carsten Schneck, angesichts der Temperaturen schwitzend unter der weißen Perücke des Sir Isaac Newton, probte gerade den Dialog mit dem Kommissar (Jonas
Jentsch), beachtete dabei die Betonung einzelner Wörter, die – verrückt – übertrieben wirken sollten wie »Schrecklich!«,
dann den herablassenden Tonfall, als es um Möbius‘ Mord an einer Krankenschwester sowie Geigenspiel geht, die genussvolle Handhabung von Zigarette
und Kognakglas und den bestimmten Ton, in dem dies dem Kommissar nicht erlaubt werden soll: »Hier dürfen nur die Pa tienten rauchen, nicht die Besucher.« Doch
trotz Schweiß, die Arbeit macht allen Freude.
Cornelia Anders lief bereits im Arztkittel mit Stethoskop herum und Kollegin Gabi Messerschmidt im langen Kleid. Sie spielt die Ex-Frau von Möbius, mit dem sie drei Kinder hat (Minna Nachtigall, Hanna und Lea Messerschmidt) und ist verheiratet mit dem Missionar Rose (Martin Messerschmidt). Weiter wirken mit: Eva Messerschmidt als Oberschwester Marta, Mia-Lina Ganagin als Schwester Monika, außerdem Klaus Hamann als Oberpfleger und Gerichtsmediziner.
Die Premiere beginnt am Sonnabend, 22. August, um 19 Uhr auf dem Gelände des »La Casa«. Am Freitag und Sonnabend, 28./29. August, folgen, ebenfalls ab
19 Uhr, weitere Vorstellungen.