„Festival aufm Platz“
(Artikel Frank Bertram)
Das musikalisch-literarische Programm „Zum Südpol“ mit Schauspieler Wanja Mues sowie dem Duo Lea Brückner und Gábor Ladányi bringt eine Lesung aus dem Roman „Zugvögel“ zusammen mit Geigen- und Gitarrenklängen auf die mobile Festivalbühne. Am Freitag, 19. Juni, um 18 Uhr ist das „Festival aufm Platz“ auf dem Marktplatz in Einbeck zu Gast, ganz ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt. Vier unterschiedliche und hochkarätige musikalisch-literarische Programme, bei freiem Eintritt und unter freiem Himmel – das ist das „Festival aufm Platz“ der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der VGH-Stiftung. „Unterwegs“ ist das Motto der Veranstaltungsreihe, die vom 4. bis 27. Juni in zwölf niedersächsischen Städten Station macht.
Voller faszinierender Naturbeschreibungen, spannungsreich und melancholisch zugleich, beschreibt Charlotte McConaghy in ihrem Roman „Zugvögel“ die abenteuerliche Reise der Ornithologin Franny Stone in die Antarktis, auf der Spur der letzten Küstenschwalben. Akustisch erlebbar macht dies am 19. Juni in Einbeck Sprecher Wanja Mues, einem großen Kino- und Fernsehpublikum bekannt durch seine Rollen in „Der Pianist“ oder „Die Bourne Verschwörung“, etlichen Tatort-Folgen und der Erfolgsserie „Ein Fall für zwei“. Artenschutz und Nachhaltigkeit sind Mues ein Anliegen. Gleiches gilt für das Duo Lea Brückner, Gründerin der Initiative „Music for our Planet“, und Gábor Ladányi, die mit Violine und Gitarre klassische Virtuosität, zeitgenössische Jazzfreiheit und Improvisationskraft miteinander vereinen.
Musikalisch präsentiert das Festival ein breites Spektrum von satten Bläsersätzen bis zarten Gitarrenklängen, von Klassik über Pop-, Rock- oder Funk-Bezügen. Literarisch bewegt sich das Festival zwischen Klassikern wie „Alice im Wunderland“, aber auch aktuellerer Gegenwartsliteratur wie Jo Lendles Roman „Die Kosmonautin“, Wolfgang Herrndorfs Kultroman „Tschick“ oder Charlotte McConaghys „Zugvögel“. In dem Programm „Zum Südpol: Zugvögel“ adressiert das Festival auch die Themen Klima- und Artenschutz; nachhaltiges Handeln ist für das Festival unabdingbarer Bestandteil seiner Aktivitäten.
Der Vermittlungsaspekt wurde 2026 weiter ausgebaut. Mit Eva-Maria Kösters hat das „Festival aufm Platz“ eine ausgewiesene Kulturvermittlerin mit an Bord genommen, die eigens ein Vermittlungskonzept für die Schulkooperationen entwickelt hat. In diesem Rahmen finden jeweils am ersten Tag einer Tour Aufführungen in den Partnerschulen statt, verbunden mit Künstlergesprächen. Neu ist außerdem die Kooperation mit NDR Kultur, der Sender ist seit 2026 Kulturpartner des Festivals. Stiftungsdirektor Johannes Janssen: „Erdacht und gegründet im Corona-Jahr 2020, existiert das Festival aufm Platz mittlerweile seit sechs Jahren. Bei den Städten und Gemeinden sowie bei den lokalen Kulturschaffenden werden wir als willkommene, niedrigschwellige Ergänzung der örtlichen Kulturaktivitäten wahrgenommen und teilweise sogar schon angefragt. Die Veranstaltungen sind hervorragend besucht, das Festival hat sich als beliebtes Format etabliert, was uns ausgesprochen freut.“ Die Veranstaltungen finden im Freien statt, dauern etwa eine Stunde und sind bestuhlt.

