0,00 FÜR TAUSEND

(Artikel EM) Feiern macht auch ohne Alkohol Spaß. Das haben viele Jugendliche wieder beim Einbecker Eulenfest bewiesen. Sie haben an der Präventionsaktion »0,00 für
Tausend« mitgemacht und sich am Freitagabend einem freiwilligen Alkoholtest unterzogen. Wer 0,00 Promille hatte, kam in die Verlosung: Insgesamt 1.000 Euro Preisgeld
wurden jetzt an drei Gewinner verteilt.

»Die Gewinner haben, wie alle 139 Teilnehmer, ein Zeichen gesetzt gegen erhöhten Alkoholkonsum auf Stadtfesten«, stellte Stadtjugendpfleger Henrik Probst fest. Sie seien nüchtern geblieben und hätten damit gezeigt: Ein gelungenes Fest braucht keinen Alkohol, und gute Stimmung kommt nicht aus der Flasche.
Die Zahl derer, die am Freitag ab 23 Uhr am Stand an der Ecke Möncheplatz/Rosenthal gepustet haben, lag mit 139 höher als im vergangenen Jahr, als 127 Jugendliche mitgemacht haben. Gerade angesichts des schlechten Wetters an diesem Abend sei das ein guter Erfolg, so Probst.

Die meisten Teilnehmer (80) kamen aus Einbeck, 14 waren aus Dassel dabei, zehn aus Bad Gandersheim, sechs aus Northeim, und auch die weitere Region war vertreten. Unter allen Teilnehmern hat Josephine Brandt, Auszubildende bei der Stadtverwaltung, als Glücksfee die Preisträger gezogen.

Für die Aktion sei im Vorfeld und auch am Abend selbst auf vielen Kanälen geworben worden, berichtete der Jugendpfleger, bis hin zur direkten Ansprache in der Nähe des Standes.

Dort wartete nicht nur der Alkoholtest, für den die Jugendlichen schon vor 23 Uhr anstanden, sondern es gab eine große allgemeine Alkoholpräventionsaktion mit verschiedenen Bausteinen. Unter anderem war das HaLT-Projekt mit dem Rauschbrillenparcours dabei: Die Brille simuliert einen Wert von 1,2 Promille, und wer damit sicher und geradeaus gehen will oder im Fahrsimulator Platz nimmt, wird in der Regel Schwierigkeiten mit Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit, Orientierung und Koordination haben. Auch andere berauschende Substanzen sind der Fahrtüchtigkeit nicht zuträglich, das wurde im Fahrsimulator deutlich: Bremsen, Spur halten, Hindernisse erkennen, das klappt nicht gut, und so wird man zur Gefahr für sich und andere. Ziel ist es, realitätsnah die Risiken von Alkohol- und Drogenkonsum im Straßenverkehr zu erkennen und sich verantwortungsvoll gegen das Fahren zu entscheiden. Ein Quiz bot Gelegenheit, mit den jungen Standbesuchern über die Gefahren von Alkohol ins Gespräch zu kommen. Das alles sei ein bewährtes Paket, und das bleibe auch im Kopf.

Insgesamt, so der Jugendpfleger, werde in Deutschland unter Jugendlichen inzwischen immer weniger Alkohol konsumiert. 2004 gaben noch 60 Prozent der Befragten
an, innerhalb der vergangenen 30 Tage alkoholische Getränke konsumiert zu haben. 2025 waren es weniger als die Hälfte, nämlich 25,5 Prozent. »Da sind wir auf einem
guten Weg«, betonte er. Die Gründe dafür seien unterschiedlich: So werde im Freundeskreis immer offener über die Risiken von Alkoholkonsum gesprochen. Junge Menschen pflegten häufig einen gesundheitsbetonten Lebensstil und achteten beispielsweise auf Fitness - Alkohol sei diesem Bestreben nicht zuträglich. Zudem gebe es immer mehr alkoholfreie Alternativen, die auch stärke nachgefragt würden. Wenn überall Handys parat seien, sei ein peinlicher Ausfall nach Alkoholkonsum schnell festgehalten und für die Ewigkeit im Netz; auch das wollten viele lieber vermeiden.

Henrik Probst dankte den Sponsoren, die die Aktion wieder möglich gemacht haben: dem Einbecker Bündnis für Familie, das 500 Euro bereitgestellt hat und das mit Lene Garus-Jochumsen, Maren Root und Matthias Wolf vertreten war, und dem Präventionsverein FIPS, für den Henrik Probst stellvertretend für den Vorsitzenden Stefan Jagonak den 300-Euro-Preis übergab. Die Stadt Einbeck hat 200 Euro Preisgeld zur Verfügung gestellt.

Dank ging ebenso an die Kooperationspartner vor Ort: Thomas Sindram und Bernd Günther von der Polizei als ganz wichtige und langjährige Partner,
Lisa König vom Lukas Werk und dem HaLT- Projekt und Niklas Ebeling aus dem Team der Jugendpflege. Man habe sicher, räumte er ein, nicht alle Jugendlichen erreichen können, aber es sei gelungen, ein Zeichen zu setzen gegen exzessives Trinken, diese Botschaft wirke durch solche Aktionen nachhaltig.

Der dritte Preis, 200 Euro, ging an Lukas Blümel aus Markoldendorf. Merle Reschke aus Uslar hat 300 Euro und somit den zweiten Preis gewonnen. Für sie nahm Esther
Schiller das Geld und den symbolischen Scheck in Empfang. Sie berichtete, dass sie mit ihrer Freundin zusammen teilgenommen habe und dass sie sich versprochen hätten, das Geld im Falle eines Gewinns zu teilen. Als Hauptgewinner konnte sich Justin Mohns aus Garlebsen über 500 Euro freuen.

Die drei Gewinner und die Null-Promille-Getesteten hätten unter Beweis gestellt, dass soziale Kontakte und Spaß nicht an Alkohol gekoppelt seien, hoben Jugendpfleger und Sponsoren hervor. Sie seien Vorbilder und hätten Verantwortungsbewusstsein gezeigt, und dafür würden sie belohnt.

Das Foto zeigt Justin Mohns und Esther Schiller (auf derBank) sowie dahinter (von links) Lukas Blümel, Maren Root, Lene Garus-Jochumsen,
Bernd Günther, Matthias Wolf und Henrik Probst.

Foto Einbecker Morgenpost